August Wegner und Helene, geborene Pappstein



Aus dem Leben von August Wegner

Dies ist die erste Seite des mündliche Lebensberichts von August Wegner im Alter von 90 Jahren ein Jahr vor seinem Tod im Jahre 1935 und aufgeschrieben von seinem Enkel Willy Wegner (Bruder von Emil Wegner) und so gut wie möglich "übersetzt" von Wolfgang Wegner (nicht zu entzifferndes Sütterlin ist ausgepunktet oder mit Fragezeichen versehen).
August Wegner ist am 12 Dez. 1844 in Krampe Kr. Arnswalde geboren, ...... war ein Gutsdorf u. Arbeiter wohnten darinnen, die Häuser gehörten auch dem Gute, Religion evangelisch. In einem solcher Häuser wohnten auch seine Eltern. Sein Vater hieß Christian, Friedrich Wegner geb. im Jahre 1801, von Beruf war er Schäfer und war als Arbeiter auf dem Gute beschäftigt. Seine Mutter hieß Heinriette geborene Ruffan und wohnten zuerst in Dittersdorf in Pommern und zogen von hier aus nach Krampe. Hier lebten sie verschiedene Jahre hindurch. Der August mußte schwer arbeiten, meistenteils mußte er die Schafe vom Gute hüten, dieses machte öfter viel Spaß, so fischte er im See, holte Fische und Krebse heraus, er badete auch in See. Er hatte auch noch einen Bruder Fritz und eine Schwester Wilhelmine. Im Jahre 1857 ging er nach Spechtsdorf zum Konfirmandenunterricht. 1858 wurde er in der Kirche zu Spechtsdorf eingesegnet. Trotzdem in Krampe eine Kirche war. Am 16. Oktober 1865 wurde August , Friedrich Wegner als Soldat eingezogen und kämpfte gegen Österreich. Er kam als Ersatz in das .....Leib "Grenadier Regiment Nr 8". Im Jahre 1866 machte er den Feldzug gegen Österreich mit und kämpfte in demselben Jahr in der Schlacht bei Gitschin? am 29. Juni 1866. Auch hat er die Schlacht bei Königsgrätz am 3. Juli 1866 mitgemacht u. hat das Erinnerungskreuz ... 1866 für Königsgrätz bekommen. War vom 3. Juli 1668 bis 10. September 1868 bei der 1.. ... Leib-Grenadierregiment.... eingezogen und wurde am 10. September 1868 zum überglücklichen? Gefreiten ernannt (...Militärass?). Im Jahre 1866 starb sein Vater. Seine Mutter starb im Jahre 1868 u. ruhen auf dem Kramper Kirchhof. Nun war August ganz allein. Im Jahre 1870 am 29. Mai verheiratete er sich mit Helene Pappstein. Er war infolge Mobilmachung am 21. Juli 1870 bis 6. August 1870 bei der 1. Compagnie Leib Grenadierregiment (Brandenburgischer) Nr. 8 eingezogen u. hat den Feldzug gegen Frankreich mitgemacht, in dem selben folgende Gefechte: Treffen bei Speicheren? am 6. August 1870. Durch Granatschuß mittendurch Gefäßmuskeln schwer verwundet. Wird lt. Ref. der königl. Grn Cdo? III A r vom 5. November 1871 als temporär Ganzinvalide und ungefähr größtenteils erwerbsunfähig am 1. Dezember 1871 entlassen und kam als Sieger wieder zurück. 1872 zog er mit seiner Frau von Krampe nach Schulzendorf, Kreis Deutsch Krone, Grenzmark. Hier hatte er ein Fachwerkhaus , Stall, Scheune u. Hof von Martin Garske gekauft, es kostete 2000 RM. Schulzendorf war ein ganz schönes Bauerndorf, hier war eine katholische Kirche u. Schule, den Krug hatte ein Görke. Dieser wohnte auf dem Krugberg. Die Bewohner waren meist katholisch. Im Jahre 1874 bekam August Wegner die Konzession. 1876 gab Görke seinen Krug auf. Nun war er der alleingehende Krug. Das Haus war 50 m von der Straße ab. Die Giebelfront stand nach der Straße zu. Er vermietete auch eine oder zwei Stuben. Im Jahr 1872 gebar seine Frau im eine Tochter Anna. 1875 einen Sohn Emil, er starb 1879 u. ruht auf Tützer Kirchhof. 1878 einen Sohn Wilhelm. Er gebar sie eine Tochter u. zwei Söhne. In diesem Krug kehrten öfters Bettler ein und blieben über Nacht. Sie schliefen alle in einer Stube wo August mit seiner Frau u. Kindern schliefen, sie hauten sich auch öfter. Es kommen auch andere Leute aus dem Dorfe u. betrinken sich. Eines Abends spielen einige Leute Karten, einer von ihnen wollte die Zeche nicht bezahlen, da nahm August ihm das Geld doch ab, das ärgerte den Mann. August ging hinaus und fütterte sein Pferd, da kam der Mann raus und stach August ins Gesicht, an der linken Backe wurde er verwundet und gab sich sofort in ärztliche Behandlung. Der Mann wurde aber zu einem halben Jahr und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. In diesen Zeiten ging das Geschäft gut und so blühte der Handel.
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