Johanna Markau, geborene Verchow, verwitwete Wegner



Kleine Photosammlung von Johanna (Hanni)


Hanni (die größere) mit Zwillings-schwester Lilo
Hanni im Turnverein (untere Reihe, Zweite von links) Die Turnerinnen (wie geht das im Kleid?)
Hanni "fährt" den Mercedes von Onkel Franz Schirm
Hanni und Emil mit Tante Else und Onkel Richard Verchow und Lotte Welke (Zweite von links) Hanni und Lilo in Petznick
Hochzeit mit Emil Wegner Familie Emil Wegner
Witwe Johanna Wegner mit Sohn Wölfchen Ein schönes Portrait
Weihnachten 1946 in der Mitte ihrer Schneider-Atelier-Truppe (Sie hätte eine Jill Sander werden können) Zu Besuch bei Onkel Karl
Hochzeit von Johanna und Walter Johanna mit ihrem zweiten Mann Walter Markau in ihren geliebten Bergen
Johanna mit ihrem Sohn Wolfgang und den Enkeln Andrea und Oliver
Johanna mit ihren beiden Söhnen an ihrem 74-zigsten Geburtstag
Johannas 78-zigsterGeburtstag in ihrer Wohnung (von links: Monika Steinhauer, Grit, Ingrid, und Horst Kunze, Sohn Wolfgang)
Johanna auf der Bank und auf ihrem Balkon
Johanna an ihrem 79-zigsten Geburtstag Johanna mit ihrem zweiten Urenkel Miriam im Kinderwagen (Mai 2001)

Kurzer Lebenslauf

Geboren in Bremen 1919 (da ihr Vater noch als Matrose bei der Marine)- Eltern aus Westpreußen stammend - Umzug nach Berlin-Spandau - Erste schwere Nachkriegszeit - Jedoch schöne Jugendzeit - Wohlbehütet in harmonischem Elternhaus - Fleißige Schülerin und sportliche Turnerin - Mittlere Reife - Schneiderlehre - Öfter Ferienaufenthalte bei Verwandten in Pommern - Dort auch Kennenlernen ihres Zukünftigen (Emil Wegner) - Heirat 1938 in Berlin-Moabit (Erlöserkirche) - Glückliche Ehe auf einem Bauernhof mit angeschlossenem Kolonialwarenladen und Gastwirtschaft in Pommern - Geburt des ersten Sohnes 1941 (Wolfgang-Eberhard Wegner) - Idylle plötzlich durch den Krieg gestört - Emil wurde eingezogen und fiel 1944 in Rußland (einen Tag vor ihrem 6. Hochzeitstag) - Alleinige Führung der Land- und Gastwirtschaft und des Ladens - Tragischer Tod (Brandunfall) ihres Vaters - Besuch ihrer Mutter aus dem gefährlichen Berlin - Vertreibung und Flucht mit Pferd und Wagen über die Oder nach Westen - Bei Fliegerangriffen knapp dem Tod entronnen - Kriegsende erlebt in Rheinsberg (bei Zwillingsschwester Lilo) - Russische Besatzung (mit all seinen Greueln) - Mit Mutter, Kind und Handwagen zu Fuß, streckenweise mit dem Zug (soweit er fuhr), nach Berlin - Was für eine Glück: Das Haus mit der elterlichen Wohnung stand noch - Und Gott sei Dank nicht im russischen Sektor - Aber trotzdem (wieder) eine schwere Nachkriegszeit mit Entbehrungen und Hunger - Jedoch für eine gute Schneiderin gab es bald Arbeit und ein paar Lebensmittel - Aber nicht genug, deswegen viele kräftezehrende Hamsterfahrten nach Mecklenburg - Dann Blockade in Berlin. Auch die ersten Carepakete mit Cornflakes und Schokolade - Mit den kommenden besseren Zeiten wurde auch die Liebe wieder entdeckt - Bis dann auch noch der Richtige kam (Walter Markau) - Und sehr bald im Jahr 1949 die Hochzeit war - Umzug in eine größere Wohnung von Moabit nach Charlottenburg - Geburt des zweiten Sohnes Michael 1950 - Aber dann ging es der Berliner Wirtschaft nicht sehr gut - Sie selbst und auch ihr Mann wurden arbeitslos - Wieder Durchschlagenmüssen mit Gelegenheitsarbeiten - Die Gesundheit litt auch darunter - Einige Krankenhausaufenthalte mit Operationen - Dann ging es mit dem Aufschwung der Wirtschaft wieder besser - Ihr Walter wurde als Beamter bei der Post eingestellt - Das Geld war weiterhin knapp - jedoch sie könnte das beste daraus machen - Ihre Haushaltsführung war sparsam - aber sie konnte auch die besten Gerichte auf den Tisch zaubern - Bald leistete man sich dann auch die erste Reise (nach Tirol) - Und mit der entstandenen Liebe für die Alpen wurden es noch viele Reisen dorthin - Bis dann ein Schicksalsschlag erfolgte: Ihr Mann Walter erlag mit 53 Jahren zu früh einem Herzinfarkt - Aber sie hat dann versucht aus ihrem Single-Leben das beste zu machen: Sie zog in eine kleinere Wohnung und war glücklich dort - Auch, weil sie viel Abwechslung hatte durch ihre verschieden Interessen - Malkurse besuchen und schöne Bilder malen - Klavier und Orgel spielen - Ihre Zeitung konnte sie nicht missen: denn sie wollte alles wissen was in der Welt passiert - Museum, Oper, Konzerte und Theater waren ihre Welt - Die Verbundenheit mit der Natur bezeugen ihre vielen Fahrten in die Umgebung von Berlin - sowie Spaziergänge im Zoo aber auch noch weitere Reisen in die Alpen und an die See. Dazu kam noch ihr sehr gutes Verhältnis zu ihren beiden Söhnen und Enkelkindern - Sie konnte sie alle mit ihren zwei Urenkeln im letzten Jahr vor ihrem Tod noch einmal alle zusammen sehen.

Ein paar Dokumente aus ihrem Leben

Zeugnis der Mittleren Reife (alles "sehr gut" und "gut" bis auf "genügend" bei Deutsch, Geschichte und Gesundheitslehre)
Lehrbrief für das Damenschneiderhandwerk
Altenteil-Zuteilung von Hanni an Schwiegervater Wilhelm Wegner z.B. über 1,5 mtr Holz am 01.02.1945 für 1 1/2 Jahre also bis 07.06.1945 (man meinte also, daß der Krieg noch lange dauern würde, dabei wurden wir schon im selben Monat von den Russen aus Pommern vertrieben)
Kennkarte aus dem Dritten Reich (Hanni sieht doch ganz schön mitgenommen aus)
Arbeitsbuch aus dem Dritten Reich aber scheinbar noch gültig nach dem Ende des Krieges

Ihr Grabstein auf dem Kirchhof Zum Heiligen Kreuz, Eisenacher Str. 62, 12109 Berlin

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